Die Geschichte des Siebdruck 0
Der Ursprung des Siebdrucks liegt in der Schablone. Eine Schablone ist eine Vorlage die aus Papier, Pappe, Holz oder Blech hergestellt wird, um immer wieder das gleiche Motiv oder Muster auf den Bedruckstoff aufzubringen.
Die Schablone ist die älteste Art Kennzeichnungen aufzubringen. Nach einer Überlieferung ist es so, dass Kleidungsstücke mit einem „Lochmuster“ dekoriert wurden, die aus Blättern mit Lochfraß, versucht durch Insekten, perforiert waren. Die erste Schablone lieferte also die Natur.
In der Tang-Dynastie (618-906) hatten Schablonierverfahren einen hohen Stellenwert. Mit einer ständigen Verfeinerung der Papierschablone entwickelte sich die Textildekoration in Ostasien zur vollen Blüte. Die japanische Papierschablone ist unter dem Begriff „Katagami-Schablone“ in die Geschichte eingegangen.
Im 17. Jahrhundert wurde die geschlossene Papierschablone erfunden. Sie war der offenen Schablone allerdings ähnlich. Es wurden zwei je aus Papier bestehende Schichten, wieder trennbar miteinander verbunden. Nach dem Ausschneiden des Motivs, erfolgte die Trennung der zwei Papierschichten. Der wesentliche Entwicklungssprung lag darin, dass Menschen- oder Roßhaare, den Bedürfnissen der des Motivs folgend, in eine Richtung oder kreuzartig auf die Papierschichten aufgelegt wurden. Die Haare (später Seidenfäden) übernahmen die Verbindungsfunktion der inneren und äußeren Verbindungsstege.
Der Siebdruck durchlief noch viele Entwicklungsstufen, bis 1926 der Textildruck mit Druckschablone an industrieller Bedeutung gewinnt. Heute ist es so, dass die weiteste Verbreitung des Siebdruck in der handwerklichen und gewerblichen Anwendung liegt. In verschiedenen Industriezweigen wird der Siebdruck in Fertigungsstufen von Massenprodukten eingesetzt. Wie zum Beispiel in der Produktion von Plakaten, Schildern, Werbeaufklebern, Haftetiketten und ähnlichem. Aber auch gedruckte Leiterplatten, das Dekorieren von Flach- und Hohlglas ist eines der ältesten Einsatzgebiet des Siebdruck.